Faieqa Sultani – Künstlerin 


Faieqa Sultani begann ihre Karriere vor vier Jahren als Painting-Therapeutin in einer psychologischen Klinik in Afghanistan, die mit der deutschen Regierung zusammenarbeitete. Gleichzeitig war sie als freischaffende Künstlerin in verschiedenen Organisationen tätig.In ihren künstlerischen und fotografischen Arbeiten beschäftigte sie sich mit sensiblen gesellschaftlichen Themen wie Prostitution und dem Wert der Jungfräulichkeit in Afghanistan. Aufgrund von Sicherheitsrisiken konnte sie ihre Werke jedoch nur in zwei Ausstellungen präsentieren – einmal in der amerikanischen Botschaft und einmal in der niederländischen Botschaft.Im Jahr 2016 ging sie nach Indien, um ihre Studien fortzusetzen. Dort erwarb sie ihren Bachelorabschluss in Soziologie der Kunst und Bildender Kunst an der Punjab University. Neben ihrem Studium entwickelte sie eine besondere Technik: das Bemalen von Kleidung.Ihre Idee war es, Geschichten und Emotionen auf Stoff zu bringen und Frauen eine Stimme zu geben. Ihre Kleidungsstücke sind mehr als Mode – sie tragen Geschichten von Leben, Kampf, Freude und Schmerz. Jedes Werk ist einzigartig und schafft eine echte Verbindung zwischen der Trägerin und der Geschichte dahinter.Für ihre Arbeiten erhielt Faieqa Sultani zahlreiche Auszeichnungen, darunter 10 Trophäen und über 30 Zertifikate bei Wettbewerben in Chandigarh, Indien. Zudem veranstaltete sie zwei Fotoausstellungen in Delhi.Nach diesen Erfolgen kehrte sie nach Afghanistan zurück, um an der American University of Afghanistan Digital Graphic Design zu studieren. Im November 2019 gründete sie schließlich Golesang Art – ein kreatives Studio, das Frauen dabei unterstützt, durch Kunst und Painting-Therapie ihre Gefühle auszudrücken und ihre Geschichten mit der Welt zu teilen.Mit der Machtübernahme der Taliban wurden viele ihrer Träume zerstört. Sie war gezwungen, ihr Land zu verlassen. Dennoch setzte sie ihre Arbeit fort und begann eine neue Serie, die sich mit der Gewalt und Unterdrückung von Frauen unter den Taliban auseinandersetzt.Heute führt sie ihre künstlerische Vision mit ZÈVI weiter – einem Projekt für Frauen weltweit. In ihren Arbeiten verbindet sie Kunst und Handwerk, indem sie ihre Gefühle in tragbare Formen übersetzt. So entstehen einzigartige Stücke, die wie Schmuck getragen werden können – als Ausdruck von Identität, Emotion und persönlicher Geschichte.

Zerrissene Seele

 

Irgendwo zwischen Dunkelheit und einem Schrei,

dort, wo Gefühle keine Form annehmen – sondern explodieren.

Dieses Bild ist ein Spiegel einer inneren Welt, die oft unsichtbar bleibt.

Es erzählt von Momenten, in denen Worte nicht ausreichen, in denen Schmerz, Angst und Sehnsucht gleichzeitig existieren. Farben und Formen brechen aus der Stille hervor und zeigen das, was tief im Inneren verborgen liegt.

Zwischen Chaos und Stille entsteht eine Sprache, die nicht gesprochen wird – sondern gefühlt. Eine Sprache, die roh, ehrlich und verletzlich ist.

Vielleicht erkennt man darin keinen klaren Anfang und kein Ende. Doch genau darin liegt die Wahrheit: Gefühle sind nicht immer geordnet. Sie sind intensiv, unkontrollierbar und echt.

Dieses Werk ist kein Bild, das man nur betrachtet – es ist etwas, das man spürt.

Stimmen, die nicht gehört werden“

In einigen Teilen der Welt leben Mädchen, die nicht einmal die Möglichkeit haben, ihre eigenen Rechte zu kennen. Sie wissen nichts über ihre Menschenrechte, niemand hat ihnen erklärt, dass „Nein sagen“ ein Recht ist, und sie haben keine Stimme, um sich selbst zu schützen.
Sie wachsen hinter Mauern auf, die manchmal Tradition genannt werden, manchmal Armut und manchmal Macht. Diese Mauern lassen kein Licht der Aufklärung hinein. In einer solchen Umgebung ist Gewalt nicht nur ein einzelnes Ereignis, sondern wird zu einer stillen und wiederkehrenden Realität.
Mädchen, die in der Schule über ihre Zukunft und ihre Träume sprechen sollten, müssen oft schweigend Schmerzen ertragen. Sie haben nicht gelernt, dass sie ein Recht auf Sicherheit haben, ein Recht auf Entscheidungen und ein Recht darauf, gehört zu werden.
Das Traurigste daran ist, dass viele dieser Leiden gesehen werden, aber dennoch ignoriert bleiben – als hätte Schweigen die Gerechtigkeit ersetzt. Doch kein Mensch sollte ohne Wissen über seine Rechte leben, und kein Mädchen sollte in Angst und Hilflosigkeit aufwachsen.
Diese Mädchen brauchen keine Verurteilung; sie brauchen Aufklärung, Bildung, Unterstützung und eine Welt, in der „Schwäche“ nicht mit Wertlosigkeit verwechselt wird. Eine Welt, in der jedes Mädchen weiß: Sie hat Rechte, sie ist wertvoll, und sie ist nicht allein.
Wenn Veränderung beginnen soll, dann muss sie hier anfangen: beim Hören der Stimmen, die so lange zum Schweigen gebracht wurden.

Hinter dunklen Farben liegt eine Welt aus Licht

 

Manchmal sind Menschen nicht das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen. Es gibt Mädchen, deren äußeres Erscheinungsbild ruhig, schlicht oder sogar dunkel wirkt; sie tragen dunkle Kleidung, lächeln weniger oder zeigen ihre Gefühle kaum. Doch dieses Äußere erzählt nicht immer die wahre Geschichte.

In diesen Mädchen lebt eine völlig andere Welt – eine Welt voller Fantasie, Hoffnung und Schönheit. Dort sind Träume noch lebendig, Musik fließt durch ihre Herzen und echte Lächeln existieren, auch wenn sie oft verborgen bleiben.

Manche von ihnen haben gelernt, ihre Gefühle hinter einer Wand aus Ruhe zu verstecken. Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten, sondern weil sie ihre innere Welt nur mit denen teilen, die sie wirklich verstehen.

Ein dunkles Äußeres bedeutet nicht immer Traurigkeit, genauso wie Schweigen nicht immer Leere bedeutet. Oft verbergen sich die schönsten Gefühle in den Herzen derjenigen, die am wenigsten gesehen werden.

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Oberbürgermeister Hamberger Platz 7 86899 Landsberg am Lech 

faiqasultani19@gmail.com

 

Faieqa Landsberg am Lech